Impressionen Dachverbandsreise Innsbruck Mai 2012

Kaiserwetter bei der Dachverbandsreise der österreichischen Vereinigungen in Deutschland nach Innsbruck

Traditionell unternahmen Mitglieder und Freunde der Österreichischen Vereinigungen in Deutschland ihre alljährliche gemeinsame Reise. Heuer führte uns diese nach Innsbruck und ins schöne Land Tirol. Am 17. Mai 2012 versammelten sich viele der Teilnehmer in Nürnberg, wo ein Bus für die Fahrt nach Innsbruck und die nächsten Tage bereit stand. Von bestem Kaiserwetter wurden alle Reisenden am Donnerstag Nachmittag empfangen. Nach einem gegenseitigen herzlichen Grüß Gott der Bus- und Individualreisenden und Einchecken im Hotel ging es zu Fuß in die Innsbrucker Altstadt.

Dort begrüßte uns unser Dachverbandspräsident Herr Werner Götz, gleichzeitig Präsident der Österreichisch-Deutschen Gesellschaft Berlin-Brandenburg und Vizepräsident des Weltbundes der Auslandsösterreicher und freute sich über die große Anzahl der Teilnehmer. Im historischen Stiftskeller mischten sich bereits die Gruppen zum gegenseitigen Austausch. Wir speisten schnell und hervorragend und bekamen als besonderes „Schmankerl“vom Pächter der Gaststätte eine Einführung in die Historie des Hauses: Maria Theresia ließ das Theresianische Stift bereits 1765 gründen nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Franz I. für 12 adelige allein stehende Damen, die Trauerkleidung tragen und täglich für den verstorbenen Kaiser beten sollten. Bereits seit 1930 besteht der Stiftskeller. Die Edith-Haberland-Stiftung hat sich mit der Augustiner-Brauerei aus München verpflichtet, dieses geschichtsträchtige Haus zu erhalten, das in verschiedenen Räumen für insgesamt 750 Personen Platz bietet. Auch heute noch leben drei betagte adelige Damen hier, die ledig und allein leben müssen. Der Pächter führte uns u. a. in die Rauchkuchl und den prunkvollen Stiftssaal mit wertvoll restaurierter Tapete, ausgestattet mit modernster Technik, dezent angebracht. Nach unserem Verdauungs-spaziergang zurück ins Hotel ließen wir den Abend u. a. musikalisch ausklingen, begleitet durch unser Berliner Mitglied Freddy Trügler auf der Zither. Auch Texthefte zum gemeinsamen Singen standen zur Verfügung.


Präsident Werner Götz im Kreise von Mitreisenden

Nach einer viel zu kurzen Nacht brachte uns der Bus am nächsten Morgen kurz nach 8.15 Uhr bereits zur Hofburg. Von kompetenten Führern wurden wir über die vielen Räumlichkeiten informiert und durchgeführt, von denen der sog. „Riesensaal“ am meisten beeindruckte. In dieser Familiengedenkstätte ist Maria Theresia mit allen 16 Kindern verewigt und auch Tirol mit seinen Schätzen bildlich dargestellt – die verschiedenen Wirtschaftszweige wie Industrie, Landwirtschaft, Gewerbe. Maria Theresia führte die Schulpflicht ein, ihr jüngster Sohn Maximilian I. wurde bereits als 15 Jähriger in den Deutschen Orden aufgenommen.  Im Wappenturm, der nur noch als Bild erhalten ist, werden mit den 54 Wappen die Ländereien und damit der Reichtum dargestellt, der u. a. auf den Silberabbau aus Schwaz und die Münzprägestätte Hall zurückzuführen ist.

Innsbruck war bereits unter Maximilian I. eine Stadt der Kunst und Wissenschaft, es war das europäische Zentrum der Harnischmacher. Eine Passion Maximilians war die Jagd im Hochgebirge, warum er auch „Vater des Alpinismus“ genannt wurde. Innsbruck galt oft als Zwischenstation auf dem Weg zu Kuraufenthalten von Wien nach Meran.

Anschließend besichtigten wir die Hofkirche, der sog. „Schwarzmander-Kirche“. Diese ist mit dem Riesengrabmal Kaiser Maximilians I. das bedeutendste Denkmal Tirols und dies auch das prunkvollste aller Kaisergräber in Europa. In der Hofkirche sind 28 überlebensgroße 2,40m hohe Bronzestatuen, die sog. Schwarzmander aufgestellt, die die Verwandten und Vorbilder Kaiser Maximilians darstellen. Da das Grabmal noch nicht fertig gestellt war, als Kaiser Maximilian auf dem Weg nach Wien verstarb, blieb das Grabmal bis heute leer und Maximilian I. ist in der Burgkapelle der Wiener Neustädter Burg beigesetzt. Weiter bekannt ist die Hofkirche durch das Grab des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer.

Eins, zwei, drei im Sauseschritt ging es noch vor dem Mittagessen weiter in das Museum des „Goldenen Dachl“, wo jeder individuell eine Audioführung machte. Seit langem schon ist das „Goldene Dachl“ mit seinen 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln das Wahrzeichen der Stadt Innsbruck und weltweit bekannt. Im Museum wird das Leben und Wirken des Kaisers Maximilian dargestellt. Maximilian ließ sich mit dem „Goldenen Dachl“ ein Denkmal setzen, auf dem er mit seinen beiden Frauen auch abgebildet ist. Leider wird es z. Zt. restauriert und ist nur auf einer Fotoplane zu sehen.

Landtagspräsident DDr. van Staa, Dachverbandpräs. Hr. Götz Weltbundpräs. Hr. Clestil, Vizepräs. Weltbund Dr. Em

Beim Mittagessen konnten wir noch den Präsidenten des Weltbundes der Auslandsösterreicher, Herr Dipl.-Ing. Gustav Chlestil begrüßen, der uns nachmittags begleiten wollte, ebenso den Vizepräsidenten der Münchner Österreichischen Gesellschaft, Herrn Bauer. Nach der kurzen Mittagsrast ging es weiter mit dem Bus zum Bergisel, dem Highlight der ganzen Reise. Dort angekommen gab es eine große Überraschung für alle Reisenden. Wir wurden vom Landtagspräsidenten Herrn DDr. Herwig van Staa persönlich empfangen und durch den ganzen Nachmittag geführt. Diese besondere Ehre wurde bis jetzt nur dem österreichischen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer und dem deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler zuteil. Die exklusive Betreuung haben wir sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass unser Präsident Werner Götz den Landtags-präsidenten DDr. Herwig van Staa während seines Aufenthaltes durch Berlin gefahren und geführt hat bis zu seiner Abreise am Flughafen, der  2010 anlässlich des Nationalfeiertags in Berlin war, als die Blasmusik aus Gnadenwald aufgetreten ist. Bereits zu dem Zeitpunkt erhielt unser Präsident als Dankeschön für diesen individuellen Service die Zusage einer persönlichen Einladung in Innsbruck anlässlich der Dachverbandsreise 2012.

Am Bergisel ist im Kaiserjägermuseum die gesamte Militärgeschichte Tirols vom 18.-20. Jahrhundert dargestellt, von der historischen Sammlung von Gemälden, Waffen und Rüstungen bis hin zur multimedialen Show der Gegenwart. Als große Besonderheit ist das 360-Grad-Tirol-Panorama auf einem 1000 qm großen Rundgemälde aufgebaut, das bereits 1896 in nur drei Monaten angefertigt wurde. Darauf ist der Tiroler Freiheitskampf so realitätsnah festgehalten, dass man davor steht und sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt – unbeschreiblich schön und das Bergpanorama der Wirklichkeit nachempfunden.

Im Modernen, sehr dezent gehaltenen „Schauplatz Tirol“ erläuterte uns DDr. Herwig van Staa viele Bereiche Tirols aus Religion, Politik, Natur und von Tiroler Menschen. Im Anschluss an die sehr abwechslungsreiche Führung, die der Landtagspräsident mit kleinen Anekdoten und spritzigen Worten aufheiterte, waren wir alle in den Landtag eingeladen.

Landtagspräsident DDr. van Staa, Vizepräs. Weltbund Dr. Em, Weltbundpräs. Hr. Clestil, Erna Weimann, Herr Dania m. Geschenk, Dachverbandpräs. Hr. Götz

Unser Dachverbandspräsident Herr Werner Götz überreichte bei diesem Empfang als Dankeschön für die tolle und individuelle Führung und die persönliche Betreuung einen Bildband über die deutsche Hauptstadt Berlin, der von allen Teilnehmern der Reise signiert war. Ebenso dankte der Vizepräsident der Nürnberger Österreichischen Gesellschaft, Herr Franz Dania den beiden Sekretärinnen des Landtagspräsidenten mit kleinen Aufmerksamkeiten, die ihn bei der Vorbereitung der Reise unterstützt hatten.Eine besondere Freude hatten wir – wie bereits am Vorabend – durch unser Berliner Mitglied Freddy Trügler, der immer und überall von seiner Zither begleitet wird. In einem schönen musikalischen Rahmen konnten wir viele harmonische Stunden erleben, die auch der Landtagspräsident sichtlich genoss und an die wir uns gerne und lang erinnern werden.
Nach einem langen und ereignisreichen Tag gingen wir zu Fuß zurück ins Hotel, wo wir das Erlebte u. a. mit gemeinsamem Singen ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen ging es bereits wieder um 8.00 Uhr los mit dem Bus ins Zillertal. Dort fuhren wir mit der Zillertalbahn von Jenbach nach Mayerhofen und dann mit dem Bus nach Stumm. Dort besichtigten wir in zwei Gruppen jeweils eine Dogglnherstellung (handgemachte Wollschuhe für drinnen und draußen) und eine Ranzenstickerei (breite Ledergürtel, die mit geschlitzten Kielen von Pfauenfedern bestickt sind). Nach einer kurzen Mittagsrast brachte uns der Bus zurück nach Innsbruck. Dort fuhren wir mit der modernen Hungerburgbahn der weltbekannten Architektin Zaha Hadid zum Alpenzoo, Europas höchstgelegenem Zoo und weiter zur Station Hungerburg. Das Wetter war wieder – wenn Engel reisen – einmalig schön mit herrlichem föhnigem Alpenblick. Auf dieser Höhegenossen viele Teilnehmer die Ruhe des Alpenzoos und einige hatten noch das Vergnügen, einem wirklich einmaligen Heulkonzert von Wölfen zu lauschen. Da am Spätnachmittag eine Weiterfahrt zum Gipfel nicht mehr möglich war, besichtigten einige die Theresienkirche auf Hungerburghöhe mit den berühmten Fresken von Max Weiler. Die junge Karmeliterin Theresia verstarb bereits mit 24 Jahren und wurde schon 28 Jahre später heilig gesprochen. Ihr zu Ehren wurde diese Wallfahrtskirche in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut, wozu 60.000 Ziegel per Rucksack 300 m bergauf getragen wurden.

Manche Teilnehmer wagten sich mit der Seilbahn gleich hoch hinauf in den Schnee zur Seegrube bzw. mit der nächsten Seilbahn zum Hafelekar. Nach der letzten Talfahrt gab es noch einige Verabredungen zum „public viewing“ des schicksalsträchtigen Champions League Spiels des FC Bayern gegen Chelsea London. Es durfte keine Müdigkeit vorgetäuscht werden – erst zu Fuß zurück ins Hotel, dann wieder los, auf in die nächste Sportbar quer durch die Altstadt. Leider endete dieser Abend nicht so angenehm. Alle saßen nach dem Fußballspiel noch betroffen in der Hotelbar, unser letzter gemeinsamer Abend endete nicht mit einer Siegesfeier.

Am Sonntag Morgen fuhren wir zum Abschluss noch gemeinsam in die Swarovski-Kristallwelten nach Wattens. Nach einer Einführung konnte jeder im eigenen Tempo die Kristalle und Klänge auf sich wirken lassen und anschließend noch Souvenirs als Erinnerungsstücke an die schöne Reise einkaufen.

Nun hieß es Abschied nehmen. Schöne, erlebnisreiche Tage und Abende gingen zu Ende, viele angenehme Gespräche wurden geführt, Interessantes zwischen den einzelnen Österreichischen Vereinigungen ausgetauscht.

Es bleibt zu sagen: Ein ganz besonderer Dank gilt vor allem dem Landtagspräsidenten und vormaligen Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa persönlich. An diesen Empfang werden wir uns lange und gerne zurück erinnern. Einen lieben Dank an unseren Vorsitzenden Werner Götz, der durch die Gründung des Dachverbandes in Deutschland solche Zusammenkünfte neben den Weltbundtreffen im kleineren Rahmen erst möglich macht, besten Dank an die Reiseleiter, die Herren Dania und Kunz aus Nürnberg, ebenso ein Dankeschön an den Vizepräsidenten des Auslandsösterreicher-Weltbundes und des Dachverbandes, Dr. Jürgen Em, der den Landtagspräsidenten DDr. Herwig van Staa bereits aus seiner gemeinsamen Schulzeit kennt. Last but not least a Busserl für unser Berliner Mitglied, unseren Zitherspieler Freddy Trügler, der uns mit seinen Klängen zum gemeinsamen Singen begleitet und angeregt hat

.Fredy Trügler mit Gattin

Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen anlässlich der Weltbundtagung der Auslandsösterreicher vom 06. – 09. Sept. 2012 in Graz, spätestens bei der nächsten Dachverbandsreise im Mai 2013 nach Vorarlberg – oder besser noch zur Feier des Nationalfeiertages in Berlin am 27. Okt. 2012  und beim Wiener Ball in Berlin am 09. Febr. 2013. Bis bald dann! Macht’s guad und pfüad eich.

Erna Weimann, ÖDG Berlin-Brbg./ 28. Mai 2012

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