„I bin a stiller Zecher“

Unter diesem Motto wurde uns am 20.5.2012 ein besonderes Sonntagsfrühstück mit einem vergnüglichen und unterhaltsamen Programm dargeboten.

Hr. Sterkel mit Fr. Lenk

Eröffnet wurde das Kulturfrühstück von Herrn Kammersänger Johannes Sterkel mit dem Lied „I bin a waschechter Meidlinger Bua“ – weil Hermann Leopoldi in Wien-Meidling geboren wurde. Wie immer wurde Herr Sterkelvon Elfriede Lenk – in einem bezaubernden Dirndl – an der Zither begleitet.

Hermann Leopoldi (1888 – 1959) war Komponist und Klavierhumorist, so seine eigene Berufsbezeichnung.

Seine Kompositionen spiegeln musikalisch und thematisch die krisenhaften aber auch frivolen 20er und 30er Jahre wieder. Sie beleuchten alle kulturellen und historischen Abschnitte vom Ersten Weltkrieg bis zu seinem Tod im Jahre 1959.

So beschreibt er im Buchenwaldmarsch das fürchterliche Leid seiner Inhaftierung 1938 in das KZ. Zum Glück hat er seinen schwarzen Humor und den Sarkasmus auch dort nicht verloren.

Selbst als Hermann Leopoldi nach Amerika emigrieren musste und ihn schreckliches Heimweh plagte, machte er als unverbesserlicher Optimist das Beste daraus. Er sang und spielte seine bekannten Wiener Lieder auf Englisch. In New York lernte er dann auch seine spätere Lebenspartnerin Helly Möslein kennen. Bei den gemeinsamen Auftritten in den New Yorker Cafès stellte sich bald großer Erfolg ein. In einem kleinen Cafè in Hernals wurde zum „A little Cafè Down The Street“ oder aus I bin a stiller Zecher wurde „I am a quiet Drinker“.

Herr Sterkel gab auch diese Lieder zum Besten – sehr zur Freude des Publikums.

 

Gruppe Frauen

Fr. Mag. Ziech

 

1947 kehrte Hermann Leopoldi in seine geliebte Heimat Österreich, nach Wien zurück. Dies bedeutete ihn viel mehr als Erfolg und Ruhm in der Fremde. Er konnte dort weitermachen, wo er 1938 jäh unterbrochen worden war. Tourneen mit Helly Möslein durch Deutschland, Österreich und die Schweiz wurden jetzt fortgesetzt bzw. nachgeholt. 1955 wurde sein Sohn Ronald geboren.
Herr Kammersänger Johannes Sterkel pflegt auch heute noch regen Briefkontakt zu ihm.

Die wohl berühmtesten Lieder von Hermann Leopoldi sind in Wien zu Volksliedern geworden, wie z.B.:

- Müller Marianne (ein G`spusi in Berlin)
- An die Wetti, an die Jetti ( da schwelgt er in den Erinnerungen)
- Schön is so a Ringelspiel (darin singt er der Bevölkerung aus der Seele)
- Schinkenfleckerln (hier beschreibt das karge Essen in der Nachkriegszeit)
- Komm gurgeln nach Gurgl (als Fremdenverkehrswerbung)

Speziell zu diesem Kulturfrühstück wurden diese Lieder mit viel Humor und Augenzwinkern von Herrn Sterkel vorgetragen, in perfektem Einklang mit den wohlklingenden Zitherklängen von Elfriede Lenk.
Das sehr zahlreich erschienene Publikum amüsierte sich köstlich, sparte nicht mit Beifallsbekundungen – und es wurde zum Teil auch leise mitgesungen.

Als zum Abschluss das gesamte Publikum mit den Künstlern das berühmte Lied „Das kleine Cafè in Hernals“ sang, bedauerten alle Gäste sehr, dass dieser wundervolle Kunstgenuss viel zu schnell zu Ende ging. Dieses Ereignis wird noch lange den vielen Gästen und Vereinsmitgliedern in angenehmer Erinnerung bleiben.
Frau Magister Christine Ziech überreichte als Dankeschön einen wunderschönen Blumenstrauß an Elfriede Lenk und ein Präsent an Herrn Sterkel.

Hr.Mannigel,Künstler,Fr. Mag. Ziech


Das hervorragend durch Herrn Klaus Wesner und seinen fleißigen Helferinnen arrangierte Frühstücksbüffet mit den überaus köstlichen Schmankerln fand einen sehr großen Zuspruch.

Vielen herzlichen Dank für dieses Engagement.

Eleonore Gondek

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