Weltbund – Tagung Auslandsösterreichertreffen
In Baden bei Wien vom 4.-7.September 2014


Auch wenn man in anderen Orten der Welt erfolgreich und glücklich ist, so bleibt doch die Sehnsucht nach der Heimat. So wurde die heurige Tagung des Weltbundes der Auslandsösterreicher wieder ein buntes Zusammentreffen von rund 400 Österreichern die im Ausland leben und Freunden aus 24 Ländern.
Die niederösterreichische Kurstadt Baden, die romantische Biedermeierstadt mit 25.400 Einwohnern liegt 26 km südlich von Wien. Die Zerstörung Badens 1529 und 1683 durch Türkeneinfälle, Reformation und Gegenreformation, 1713 wütete die Pest, sowie ein Großbrand 1714 waren einschneidende Ereignisse für die Stadt. Die warmen Schwefelquellen waren ein Segen für die Stadt, diese werden seit mehr als 2000 Jahren als Quelle der Gesundheit genutzt, so dass sie immer wieder aufgebaut wurde. In dieser Randlage am Ostrand des Wienerwaldes, am Eingang des Helenental gedeihen hervorragende Qualitätsweine (Neuburger, Grüner Veltliner…).
Mit großer Freude trafen wir viele Bekannte schon am Donnerstagnachmittag zu einer Weingartenwanderung. Auf den „Spuren der Reblaus“ begleitete uns ein einheimischer Winzer und erzählte uns wissenswertes über den Weinbau, Land und Leute. Nach einer Weinverkostung in der Nähe vom „Lumpentürl“, fuhren einige Teilnehmer von uns nach Gumpoldskirchen zu einem Heurigen und feierten weiter.
Freitagvormittag stand eine Besichtigung des romantischen Biedermeierstädtchens auf dem Programm. Am Nachmittag wurde der 1. Teil der Generalversammlung im „Badener Saal“ des Congress Casinos Baden abgehalten. Besonders erfreute uns die Auszeichnung unserer Vizepräsidentin Frau Mag.a Christine Ziech und unserer ersten Schriftführerin Frau Brigitte Mannigel mit dem silbernen Ehrenzeichen des Weltbundes. Wir freuten uns auf den Abend. Mit dem Lied „..jo griaß enk Gott alle miteinander….“eröffnete Vizepräsident Dr. Jürgen Em den Ball des AUSLANDSÖSTERREICHER – WELTBUNDES im Festsaal des Congress Casinos Baden. Die beiden Zitherspieler Elfriede Lenk und Friedrich Trügler spielten und sangen Heimatlieder, was bei manchem Gast eine Träne der Rührung auslöste.
Am Samstagvormittag trafen sich wieder die Kongressteilnehmer im Festsaal zum Höhepunkt der Weltbundtagung, dem großen Festakt mit der Auszeichnung des Auslandsösterreichers des Jahres 2014.
Dieser Tag stand unter der Schirmherrschaft unseres Bundesministers für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) Sebastian Kurz. Der Präsident des Weltbundes, Herr Dkfm. Ing. Gustav Chlestil, der den Festakt eröffnete, wies auf die vielen Brennpunkte, die zurzeit auf der Welt herrschen hin. In diesem Zusammenhang betonte er die Wichtigkeit der Europäischen Union. Er sagte:„28 Staaten gehören der EU an. Dieses Modell ist alternativlos, obwohl es natürlich noch viel zu verbessern gibt.“ Zu den Stimmen, die es nach wie vor gegen die EU gibt zitierte er Albert Einstein: „ Zwei Dinge gibt es die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit, wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin.“
Dann begrüßte er die Ehrengäste: Den Bundesminister Kurz, den Landeshauptmann von Niederösterreich Herrn Dr. Erwin Pröll, den Bürgermeister der Stadt Baden, KommR Kurt Staska. Chlestil fuhr in seiner Rede fort….“ Wir sehen die Zeit vor uns, wo Auslandsösterreicher einen festen Platz im Parlament haben. Wir bilden erstklassige Forscher aus, großartige Österreicher vertreten weltweit in unterschiedlichsten Positionen unser Land“.
Der Präsident der Burgenländischen Gemeinschaft, Hofrat Prof. Dr. Walter Dujmovits, der vor 50 Jahren zum 1.Mal an einem Auslandsösterreichertreffen teilnahm, sandte Grüße an seine im In- und Ausland lebenden Burgenländer.
KommR. KStaska hieß alle Anwesenden herzlich willkommen. „Die Stadt Baden ist schon seit jeher ein Platz der Begegnung gewesen,“ freute er sich.
Dr. Pröll hatte die Bitte, das Auslandsösterreicher die Tugenden, die Jeder im Ausland erwirbt – das sind Mut, Erfahrung, Weltoffenheit- zuhause in Österreich mit einbringt. Mit den Worten: „Es möge die Emotion zur Heimat nie versiegen“, beendete er seine Rede.


Bilder von der Reise

Auszeichnung des Auslandsösterreicher des Jahres 2014.


Dem Biochemiker Dr. Norbert Bischofberger PhD , in Mellau (Vorarlberg) geboren, wurde heuer diese Ehre zuteil.Im Beisein von Landeshauptmann Dr. Pröll und Außenminister Kurz wurde ihm diese Auszeichnung von AÖWB Präsident Chlestil überreicht. Er bezeichnete den "Auslands-Österreicher des Jahres 2014", als "Weltstar der Pharma-Industrie" und "ein Vorbild für Wissenschaftler auf der ganzen Welt". "Die Schätze Österreichs liegen nicht in unserem Boden, sondern zwischen unseren Ohren", so Chlestil, Dr. Bischofberger sei "das beste Beispiel dafür."
Der Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) Sebastian Kurz sagte, er warte immer noch auf seine Einarbeitungsphase. Große Krisenherde lassen ihm keine Zeit dazu. Das Außenministerium ist weltweit mit 1300 Mitarbeitern vertreten. Im vergangenen Jahr gab es 429.000 Konsularfälle. Er dankte seinen Mitarbeitern. Der Integrationsfond ist nicht nur für Zuwanderer wichtig, er richtet sich auch an wiederheimgekehrte ÖsterreicherInnen. Der Minister beglückwünschte Bischofsberger zu seiner Wahl und dankte allen Anwesenden für das positive Image, das sie für Österreich weltweit verbreiten.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen eröffnete Präsident Chlestil den 2. Teil der Generalversammlung. Mit großem Interesse erwarteten wir den Vortrag vom „Auslandsösterreicher des Jahres 2014.“
Herr Dr. Norbert Bischofberger wurde am 10.Jänner 1954 im Bregenzerwald geboren. Volksschule in Mellau, Matura am Zisterzienser-Gymnasium in Mehrerau bei Bregenz, Studium Chemie an der Universität Innsbruck . Das Doktorat erwarb er an der ETH Zürich.
Unter dem Titel „Von Vorarlberg nach Kalifornien: Über Innovation, Viren und Krebs“ sprach er über das Unternehmen “Gilead Sciences“ in der Retortenstadt Foster City neben dem Flughafen von San Francisco. Trotz verschiedener Angebote europäischer Chemie-Konzerne wandert Bischofberger 1981 in die USA aus und absolviert an der Harvard-Universität in Cambridge, Massachusetts, sein Postgraduales Studium. Danach verblieb er in den USA. Seit 1990 ist er für die Firma „Gilead Sciences“ tätig, deren Vizepräsident er seit 2000 ist. Vor 24 Jahren hatte die Firma 20 Mitarbeiter, heute sind es weltweit über 7.000 Beschäftigte.
Entwickler des Influenza -Therapeutikums Tamiflu sowie weiterer Medikamente gegen andere Infektionskrankheiten. Ein bedeutender Erfolg gelang dem Chemiker mit dem Medikament „Viread“. Die Krankheit HIV wird dadurch zwar nicht geheilt, aber die Behandlung wesentlich erleichtert. Mitte der 90er Jahre musste jeder Kranke noch täglich 30 Pillen zu sich nehmen, so genügt heute die tägliche Einnahme einer Pille. (Viread). Außerdem sind heute 160 Millionen Menschen mit dem HCV Virus infiziert. 20% der HCV führen zu einer Leberzirrhose. Heute beträgt die Heilungschance zwischen 94 und 98 %..Große Erfolge erzielte er auch in der Krebstherapie. Man ist jetzt in der Lage das menschliche Genom zu entziffern.
Der Tag ging spannend weiter. Die Wahl des gesamten Vorstandes, der aus mindestens 12 Mitgliedern besteht. Das Ergebnis der Wahl:
Präsident Dkfm. Ing. Gustav Chlestil wurde einstimmig als Präsident des AÖWB wiedergewählt. Vizepräsident für das Außenressort Dr. Jürgen Em wurde ebenso einstimmig wiedergewählt. Wir gratulieren recht herzlich unserem Präsidenten Werner Götz, der für das Innenressort zuständig ist, und allen anderen zu ihrer Wiederwahl.
Am letzten Abend folgten wir der Einladung des Landeshauptmannes von Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll zum Heurigen „Streiterhof“ der Familie Märzweiler. Die Nacht war zu kurz. Trotzdem besuchten viele am Sonntag in der katholischen oder evangelischen Kirche den Gottesdienst.
Rückblickend lässt sich sagen: Die vier Tage Weltbundtreffen waren wieder sehr schön, spannend und abwechslungsreich. Der Austausch mit den Anwesenden, das Kennenlernen und die Gespräche mit immer wieder anderen Personen ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Ein großer Dank an das gesamte Organisationsteam für die viele Arbeit, die ein solches großes Event mit sich bringt. Wir bewundern unser Ehrenmitglied Edith Lorenz, die jeden Tag von der Früh bis spät in die Nacht durchhält.
Das Weltbundtreffen 2015 findet vom 3: – 6: September in Klagenfurt statt.

Marianne Horvath
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