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bz Nicht zäh genug für den großen Ball Fest des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller / Premiere in der Komödie am Ku'damm

Datum: 03. Februar 1997
Ressort: Lokales
Autor: Andreas Kurtz

In Dallas würde so eine Veranstaltung wohl "Ball der Ölbarone" heißen, und mittendrin könnte man das markante Lachen von Oberfiesling J.R. alias Larry Hagman hören.

Am Sonnabend trafen sich Mitglieder und Freunde des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller zu ihrem alljährlichen "Großen Festball" im Palais am Funkturm, der diesmal unter dem Motto "Wien, Wien, nur du allein " stand. Statt J.R.-Bosheiten konnte man so manche lästerliche Bemerkung des Vereinsvorsitzenden Dr. Hans Strathus vernehmen. Zum Beispiel über die Gäste, die sich von einem gerade grassierenden Virus am Ballbesuch hindern ließen: "Diepgen, der angeblich zäh ist, liegt im Bett." Die Gattin des österreichischen Botschafters Dr. Friedrich Hoess hatte die beste Ausrede für ein Fernbleiben: Sie aalt sich gerade unter Australiens Sonne. Vereinsamen mußte der österreichische Diplomat deshalb nicht. Er saß am Ehrentisch neben Hannelore Pieroth. Deren Mann, Senator Elmar Pieroth, war übrigens gerade noch rechtzeitig zum Ball vom Weltwirtschaftsforum in Davos heimgereist. Am Nachmittag hatte Frau Pieroth ihren Gatten allerdings bei einer der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres vertreten müssen: Beim 5. Geburtstag von Enkelin Marlene.

Im Getümmel von 1 900 Ballgästen gesichtet: Österreichs Generalkonsul Dr. Erwin Kubesch, Werner Götz (Präsident der Österreichisch-Deutschen Gesellschaft), ADAC-Berlin-Brandenburg-Chef Wolf Wegener, SFB-Fernsehdirektor Horst Schättle, Senator Jürgen Klemann, SPD-Fraktionschef Klaus Böger, Jaakov Sefer-Vismunski (Israels scheidender Generalkonsul verbrachte seinen letzten Abend in Berlin beim Ball).

Hier noch ein kleiner Abstecher in die Komödie am Kurfürstendamm. Dort feierte ein für dieses Haus ungewöhnlich junges Publikum bis in den frühen Samstag die Premiere des flotten Stücks "Taxi, Taxi". Der in Ehren ergraute Boulevard-Bühnenautor Horst Pillau gab ehrlich zu, daß er sich so einen Jubel bei einem seiner Stücke auch mal wieder wünschen würde: "In dieser Intensität kenne ich das gar nicht mehr." Hauptdarsteller Tommaso Cacciapioti langte nach dem Streß der vergangenen Wochen erst mal am kalten Büfett kräftig zu. Er hatte während der Proben sechs Kilo abgenommen, war einmal sogar völlig entkräftet in Ohnmacht gefallen.

ZU GAST Der Dirigent Rene Jacobs, der Schauspieler Ulrich Matschoss (im Grand Hotel Esplanade).

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