Ein kühler leicht winterlicher Sonntag brachte immerhin 16 Mitglieder auf die Beine, um Leckeres aus
Brigittes Küche zu genießen:
– eine große Schinkenplatte
– Käseplatte mit Weintrauben
– Würstchen im Schlafrock – für mich etwas Neues – sehr lecker!
– Fleischlaberl (für mich halt Bouletten) vom Wiener Franz Seiml-Buchinger
– Blaubeerjoghurt mit Cranberrys
– Apfelkuchen (mit Äpfel aus meinem Garten) von Theresia mit Schlagsahne
– und wieder das leckere Rührei
– Kaffee, Tee, Saft, Brot und Brötchen, Butter und selbst gemachte Marmelade
Rundum lecker und reichlich!
Ein vorgesehenes Thema – sozusagen einen Kulturbeitrag – gab es nicht. Neben persönlichen Gesprächen hat
der eine oder andere aus seiner Heimat gesprochen. So auch von den vertriebenen Salzburgern im 17.
Jahrhundert:
Die Salzburger Protestantenvertreibung war die Zwangsaussiedlung von rund 20.000 evangelischen
Glaubensflüchtlingen (Exulanten) aus dem Erzstift Salzburg unter Fürsterzbischof Firmian im Jahr 1731/32,
da der Katholizismus Staatsreligion war und Protestantismus verboten war. Unter massivem Druck,
Verfolgung (Jesuitenmission, Hausdurchsuchungen) und Drohung mit Landesverweis, mussten die
Protestanten ihre Heimat verlassen und suchten in anderen Ländern, vor allem in Preußen (Ostpreußen), eine
neue Heimat, was zu einer großen Emigration führte und viele Höfe im Pongau verwaisen ließ. Viele der dann
schon lange ansässigen Salzburger in Ostpreußen wurden nach 1945 durch die Sowjets wieder vertrieben und
haben dann in Deutschland ihre Heimat gefunden, insbesondere im Salzburger Verein e. V. = Im Jahr 1921
wird der erste Salzburger Zweigverein in Ostpreußen in Tilsit für die Kreise Tilsit, Ragnit und Niederung
sowie für das Memelland gegründet. 1923 gibt es neben dem Zweigverein in Tilsit auch solche in
Kraupischken, Szittkehmen, Königsberg, Goldap und Insterburg, es folgen Zweigvereine in Lötzen,
Rastenburg, Lyck, Pillkallen, Berlin, Danzig, Dresden, Eydtkuhnen und Angerburg/Gerdauen sowie in
Gumbinnen. Durch die Höhen und Tiefen der Zeit bleibt der Salzburger Verein bis fast zum Ende des Zweiten
Weltkrieges bestehen. Am 16. Mai 1954 findet in Bielefeld, Bundesrepublik Deutschland, die
Wiedergründung des „Salzburger Vereins e.V.“ statt, gleichzeitig wird die Patenschaft der Salzburger
Landesregierung über den Salzburger Verein verkündet. Besonders wird durch den Salzburger Verein die
Familienforschung der Nachkommen Salzburger Exulanten gefördert.
Die Kontakte zur Heimat der Vorfahren werden durch regelmäßig dort stattfindende Treffen und durch
Fahrten alle zwei Jahre ins Salzburger Land gepflegt.
Und auch von den protestantischen Tirolern, die im 18. Jahrhundert nach Schlesien „übergesiedelt“ wurden,
wurde gesprochen: Zillerthal-Erdmannsdorf ist der historische Name des heutigen polnischen Ortes
Mysłakowice (Kreis Jelenia Góra, Niederschlesien), bekannt durch die Ansiedlung evangelischer
Glaubensflüchtlinge aus dem Zillertal im 19. Jahrhundert, die typische Tiroler Holzhäuser bauten, die heute
noch erhalten sind, sowie durch das Schloss Erdmannsdorf, eine frühere königliche Sommerresidenz. Der
Ort liegt malerisch am Rande des Riesengebirges und ist ein wichtiges Zeugnis der Zillertaler
Auswanderung nach Schlesien. Vor einigen Jahren während eines Winterausfluges der ÖDG ins
Riesengebirge konnten wir das auch als Restaurant betriebene Tiroler Museum besichtigen.
Festgestellt aber wurde auch, dass viele Mitglieder der ÖDG (und wahrscheinlich auch viele in Deutschland
lebende Österreicher) schon länger in ihrer Wahlheimat leben, als sie im Heimatland gewohnt haben. So
auch unser Präsident, der seit über 50 Jahren in Berlin lebt.
In dieser Stimmung wurde auch kurz das Andreas Hofer Freiheitslied angestimmt „Zu Mantua in Banden der
treue Hofer war“ … und Erlebnisse mit Südtirol ausgetauscht.
Ein interessanter Vormittag – informativ und sehr nett. DANKE Helmut Paulus

